Abwasser als unterschätzte Wärmequelle
In dicht besiedelten Städten wie Köln bietet das Kanalnetz ein erhebliches, bislang wenig genutztes Energiepotenzial. Selbst in den Wintermonaten liegt die Temperatur des Abwassers in der Regel zwischen 10 °C und 15 °C – ausreichend, um Wärmepumpen wirtschaftlich zu betreiben und Gebäude damit zu beheizen. Die Nutzung von Abwasserwärme gilt als eine der effizienteren Möglichkeiten, den Wärmebedarf urbaner Quartiere auf Basis lokal verfügbarer Energie zu decken, ohne auf fossile Energieträger angewiesen zu sein.
Die interaktive Potenzialkarte
Die von geomer erstellte Karte visualisiert ausgewählte Abschnitte des Kölner Kanalnetzes sowie die angrenzenden Flächen, an denen eine Wärmenutzung aus dem Abwasser technisch grundsätzlich infrage kommt. Das Instrument versteht sich bewusst als Orientierungs- und Planungshilfe: Es schafft eine räumliche Grundlage für weiterführende Machbarkeitsstudien und ermöglicht eine gezielte Priorisierung von Untersuchungsgebieten. Die Karte ist öffentlich zugänglich und interaktiv nutzbar.
Angebot und Nachfrage räumlich zusammenbringen
Ergänzend zur Potenzialkarte verfügt geomer mit dem Wärmeatlas Deutschland 4.0 über ein umfassendes Datenangebot zum gebäudegenauen Wärmebedarf. Durch die Kombination beider Datenquellen lassen sich Gebiete identifizieren, in denen Wärmeangebot aus dem Kanalnetz und lokaler Wärmebedarf räumlich zusammenfallen – eine wichtige Voraussetzung für eine wirtschaftlich tragfähige Umsetzung von Abwasserwärmeprojekten.
Die interaktive Potenzialkarte für Köln ist online abrufbar.
https://abwasserwaerme.hw-karten.de/

