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Industrielle Abwärme: verpufftes Potenzial nutzbar machen

21.06.2016 08:46 Alter: 313 Tag(e)
Von: F.Aguilar

Im Rahmen des 6. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung startete Ende letzten Jahres das Projekt NENIA (Netzgebundene Nutzung industrieller Abwärmepotenziale). Ziel des Projekts ist es, eine bundeweite Plattform zum Abgleich des Angebots an industrieller Abwärme und der Wärmebedarfsentwicklung in hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung zu schaffen. Die Projektpartner sind das IFEU-Institut Heidelberg GmbH, die GEF Ingenieur AG, die Ind.Evo GmbH und die geomer GmbH. Die Informationen sollen in einem Geographischen Informationssystem dargestellt und dort für weitere Analysen verfügbar gemacht werden. Im Rahmen des Projekts stellt geomer Daten zur Verfügung, bereitet Daten auf, erstellt das Datenmodell und übernimmt die technische Realisierung des GIS-Projekts.

Industrielle Abwärme: hohes Klimaschutzpotenzial

476 Petajoule pro Jahr der industriellen Abwärme könnten einer nachgelagerten Nutzung zugeführt werden. Das besagt eine aktuelle Top-Down Schätzung des IFEU und des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung. Das Klimaschutzpotenzial industrieller Abwärme ist immens – doch bisher kaum erschlossen. Schätzungen gehen davon aus, dass lediglich 4,5 Petajoule der industriellen Abwärme ins Wärmenetz eingespeist werden. Als Grund führen Wärme-Experten die mangelhaften Informationen über räumliche und zeitliche Koinzidenzen von Angebot und Nachfrage sowie über wirtschaftliche und technische Nutzungskonzepte an.

Ermittlung von Angebot und Nachfrage

Zur Ermittlung der Abwärmepotenziale werden unter anderem aktuelle Immissionsdaten herangezogen, die den Bundesländern zur Verfügung stehen. Die Aufbereitung der Daten erfolgt teilautomatisiert, wobei eine Klassifikation der Abwärmeströme nach den Merkmalen Temperaturniveau, Menge und technische Nutzbarkeit erfolgt. Der Wärmebedarf stammt aus dem Wärmeatlas Deutschland, der um regionalisierte Sanierungsraten und Nichtwohngebäude erweitert wird. Ergänzend kommt das Gebäudemodell GEMOD der IFEU GmbH zum Einsatz, das die Simulation der Wärmebedarfsentwicklung typisierter Einzelgebäude über viele Jahrzehnte ermöglicht.

Geointelligente Darstellung von Angebot und Nachfrage

Das technische Abwärmepotenzial und der Wärmebedarf werden in einem Geoinformationssystem kombiniert. Das ermöglicht die Ableitung des langfristigen Abwärmenutzungspotenzials. Die entwickelte GIS-Plattform soll 2017 für Forschungsvorhaben und lokale Planungsprozesse wie Klimaschutzkonzepten und Wärmeplänen zur Verfügung gestellt werden.